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Sind kinderlose Frauen Egoistinnen?Kinderlose sind egoistisch? So etwas müssen sich kinderlose Paare oft anhören. Gerade ungewollt kinderlose Frauen trifft ein solcher Vorwurf oft bis ins Mark. Schließlich hätten sie so gerne Kinder. Doch hat es nicht geklappt mit dem Kinderwunsch. Sind sie deswegen egoistisch? Was bedeutet Egoismus überhaupt in Bezug auf das Kinderkriegen?

Laut statistischen Schätzungen bleiben ca. zehn Prozent der Paare in den alten Bundesländern ungewollt kinderlos, in den neuen Budnesländern sind es ca. fünf Prozent (Quelle: e. Brähler et. al.: Repordutionsmedizin 3-2001).

Sind kinderlose Frauen anderen gegenüber wegen ihrer Kinderlosigkeit Rechenschaft schuldig? Wie fühlen sie sich, wenn andere Frauen bei Vorstellungsrunden noch vor Nennung eines Berufs ihre Kinderzahl samt Alter der Sprösslinge bekannt geben? Wie fühlen sich ungewollt kinderlose Frauen, wenn andere Frauen in der “Wir-Form” über die Lehrer ihrer Kinder herziehen: “Wir haben wirklich so eine schreckliche Deutschlehrerin…” Das Ich wird zu einem symbiotischen Übermutter-Wir, das kinderlose Frauen sehr fremd anmutet.

Aus welchen Gründen bekommen Frauen überhaupt Kinder? Sind es nicht ganz egoistische Gründe, vielleicht, weil sie ihre Gene weitergeben wollen oder ein starkes Bedürfnis haben, Verantwortung zu übernehmen? Oder wollten sie wirklich nur unserer kinderlosen Gesellschaft etwas Gutes tun und für die Rentenversicherung einen besonderen Zukunftsbeitrag leisten? Ich kenne jedenfalls keine Frau, die ihr Kind aus diesen Gründen zur Welt gebracht hat.