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Rücksicht nehmen in Krisenzeiten

Rücksicht nehmen in Krisenzeiten - gerade während der Corona-Pandemie gewinnen Werte wie Rücksicht und Solidarität wieder an Wichtigkeit.

Die Corona-Krise fordert uns alle sehr: Lockdown, Ausgangssperren, Angst vor dem unsichtbaren Feind. Risikogebiete, Homeooffice, Kurzarbeit, Videokonferenzen, Masken. Große Unsicherheit. Kaum planen können. Social Distancing. Einsamkeit. Rücksicht nehmen in Krisenzeiten – das ist jetzt auf einmal wieder gefragt.

Große Solidarität zu Beginn der Krise

Am Anfang schien es, als gäbe es eine große neue Solidarität in Deutschland. Gemeinsam sind wir stark. In der Nachbarschaft wurden Einkaufshilfen für alte Menschen und Risikogruppen organisiert. Die Menschen blieben zuhause. Die Bilder aus Italien haben alle geschockt. Wir saßen alle zusammen in diesem Boot.

Wir schränkten uns ein, betreuten Kinder zuhause, arbeiteten von zuhause, sagten Geburtstagsfeiern ab. Der Wert der Familie wurde neu entdeckt. Zoom-Treffen ersetzten die Freundestreffen in Restaurants. Irgendwie klappte es hervorragend zu Beginn und es wurden auch viele neue und interessante Erfahrungen gemacht.

Erste Ermüdungserscheinungen

Dann kamen Lockerungen und erste Ermüdungserscheinungen. Die Verschwörungstheoretiker wurden lauter. Junge Menschen wollten wieder feiern, fast alle wollten wieder ins Ausland in den Urlaub fahren; man wollte wieder all seinen Hobbies nachgehen und viele Menschen wollten einfach ihre normale Arbeit wieder.

Rücksicht nehmen in Krisenzeiten? Die Herausforderung Corona-Pandemie annehmen und auch mal Demut zeigen? Fehlanzeige! Viele Menschen fühlen sich unverwundbar und wollen einfach ihr normales Leben wieder zurück. Sie gehen wieder ins Fitnesscenter, ins Restaurant und ins Kino. Verständlich ist das alles. Der große Zusammenbruch des Gesundheitssystems ist in Deutschland zum Glück ausgeblieben.

Bloß keine Spaltung der Gesellschaft

Streng genommen sollen wir unsere Freunde immer noch nicht umarmen. Manche halten sich streng an die Regeln, andere machen der Freundschaft zuliebe gerne Ausnahmen. „Ich vertraue dir“ oder „Ach, komm!“ oder „Wir haben keine Angst vor Corona, oder?“. So etwas hört man dann mal eben und schwupps, wird man umarmt. Verstehen kann das jeder. Und es tut gut – diese kurze Berührung. Und doch packt mich gleich das schlechte Gewissen, wenn ich mal nachgegeben habe.

Jeder Mensch geht anders mit Unsicherheit um. Jeder Mensch fühlt sich anders unverwundbar oder eben auch nicht. Das hat viel mit unserer Persönlichkeit und unseren Erfahrungen zu tun.

Hauptsache, der unterschiedliche Umgang mit dem Risiko führt nicht zu Verwerfungen im Freundeskreis oder gar zur Spaltung der Gesellschaft. Ich freue mich einerseits sehr, wenn man mir vertraut. Doch ich kann nicht wirklich garantieren, dass ich das Virus nicht doch irgendwo eingeschleppt habe. Im Supermarkt, im Zug, beim ersten Präsenztraining seit Monaten, im Kontakt mit lieben Kita-Kindern oder anderen Freunden im Biergarten, die wiederum anderen Freunden vertraut haben. Die Kette der Menschen, die man anstecken könnte, wird schnell größer. Wo fängst du an, wo hörst du auf?

Ich verstehe die Menschen nicht, die im Zug keine Maske tragen, die sich verweigern und keine Rücksicht nehmen wollen. Denn auch wer sich selbst unverwundbar fühlt, kann das Virus übertragen und andere Menschen dauerhaft schädigen.

Ältere und Risikogruppen

Denn gleichzeitig gibt es die Alten und Risikogruppen, die auch zu uns und zur Gesellschaft gehören. Vielleicht gehöre ich ja selbst dazu, ohne es zu wissen. Weiß das Virus, dass ich noch nicht über 60 bin? Kann ich wirklich sicher sein, dass ich nicht zur Risikogruppe gehöre?

Manche der Menschen mit eindeutig erhöhtem Risiko haben Angst und sind sehr vorsichtig. Andere denken sich: „Egal, ich möchte meine Enkelkinder wiedersehen, meine erwachsenen Kinder umarmen, wieder in den Verein gehen und wieder normal leben. Sterben müssen wir alle sowieso!“ Und auch das ist verständlich. Jeder muss ein Stück weit selbst entscheiden, welche Risiken er wieder eingehen möchten. Ganz ohne Risiko gibt es schließlich kein Leben.  

Und trotzdem entscheiden wir in Zeiten wie diesen nicht nur für uns. Wir sollten uns also auch überlegen, mit welchen Verhaltensweisen wir jetzt in der Corona-Pandemie nicht nur uns, sondern auch andere Menschen unverhältnismäßig gefährden.

Wir sind nicht wirklich alle im selben Boot, wir sind nur alle im selben Sturm. Manche Boote sind stabiler als andere und die Menschen, die in diesen Booten sitzen, haben ein kleineres Risiko, bei Sturm über Bord zu gehen als andere. Doch wirklich sicher ist keiner. Wollen wir wirklich daran schuld sein, wenn ein Mensch über Bord geht? Weil wir den Abstand nicht eingehalten haben, viele Freunde umarmt oder auf einer Party feuchtfröhlich gefeiert haben? Ich jedenfalls möchte das nicht.

Alte Werte wiederentdecken: Rücksicht und Solidarität

In Krisenzeiten wie diesen sind wieder Rücksichtname und Solidarität gefragt. Wir sollten mit Augenmaß handeln, um diese Pandemie gemeinsam zu überstehen. Wir sollten Risikogruppen so gut wie möglich schützen und weise entscheiden, welchen Risiken wir uns aussetzen wollen, da wir dadurch gleichzeitig auch andere gefährden könnten. Alles können wir nicht ausschließen und leben wollen wir trotzdem noch, doch Vernunft und Rücksicht können Menschenleben retten.

Darum bitte ich euch alle inständig: Lasst uns diese Krise gemeinsam durchstehen und Rücksicht nehmen auf andere. Lasst uns daran stärker werden, den Wert von körperlicher Nähe, echter Freundschaft und Unbeschwertheit wieder neu schätzen lernen. Es ist und wird nicht einfach werden, die Fallzahlen steigen gerade wieder. Doch wenn wir alle zusammenhalten und uns etwas zusammenreißen, kommen wir auch gut durch die Krise – vielleicht sogar stärker als zuvor.

Und wenn Sie in diesen herausfordernden Zeiten Unterstützung in Form von Coaching benötigen und sich zur Risikogruppe zählen: Ich biete Einzelcoachings auch live-online an – als Videogespräch. Melden Sie sich dann einfach bei mir.