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Plan A oder Plan B: Lebe, was dir wichtig ist!

Demut erwünscht – das Schicksal akzeptieren?

DemutManchmal bin ich der Meinung, dass wir alle ein bisschen mehr Demut gebrauchen könnten. Demut? Ja Demut. Auch wenn Demut so gar nicht in unsere Zeit zu passen scheint.

Laut Online-Duden ist Demut „die Einsicht in die Notwendigkeit und im Willen zum Hinnehmen der Gegebenheiten begründete Ergebenheit“. Demut ist eine alte Tugend, die unmodern geworden ist, ja, nicht mehr gebraucht wird. Oder doch?

 

Demut, Ergebenheit, Hinnehmen – nein, das passt nicht in unsere Gesellschaft – nicht ins 21. Jahrhundert. Wir wollen doch aktiv sein, kämpfen, haben hohe Ziele, viele Chancen und können scheinbar alles erreichen, wenn wir es nur wollen. Wir sind keine Opfer eines Schicksals mehr, sondern selbst Gestalter unseres Lebens. Und als Coach vertrete ich auch wirklich die Ansicht, dass wir auch mal etwas wagen müssen im Leben und dass wir kämpfen sollten für das, was uns wichtig ist.

Wenn da nicht gewisse äußere und innere Gegebenheiten wären, die wir gar nicht oder nicht vollständig beeinflussen können, zum Beispiel unsere Erbanlagen, unsere Gesundheit, die Wirtschaftslage, unser Elternhaus, unsere Herkunft, unsere finanziellen Mittel, politische Randbedingungen, Krieg, Unfälle und Naturkatastrophen. Hier spielen auch noch andere Kräfte eine Rolle, ob wir sie nun Gott, Schicksal oder Zufall nennen. Diese Gegebenheiten bilden die Grenzen unserer Möglichkeiten und hier ist Demut gefragt, will man sich nicht am Unmöglichen aufreiben.

Ich glaube, früher waren die Menschen in Deutschland besser im Demütig-sein, sie hatten weniger Chancen und es gab starrere gesellschaftliche Regeln. Es gab mehr Kriege in Mitteleuropa und weniger medizinische Möglichkeiten. Die Chancen sind größer geworden, der gesellschaftliche Rahmen zum Glück viel weiter gesteckt. Heute dürfen wir Frauen und Männer lieben, sogar einen Partner aus einer anderen gesellschaftlichen Schicht oder mit einer anderen Religion wählen. Wir müssen nicht den gleichen Beruf ausüben wie unsere Eltern, wir dürfen studieren, auch wenn wir aus einem Arbeiterhaushalt kommen, wir dürfen Kinder bekommen, müssen es aber nicht. Wir dürfen auch als Frau Karriere machen. Wir haben mehr Optionen, unser Leben zu gestalten und dürfen mehr entscheiden. Das alles steht außer Frage.

Doch dabei vergessen wir völlig, dass es auch in unserer heutigen Zeit Grenzen gibt und Gegebenheiten, die wir nicht beeinflussen können. Diese zu erkennen und zu akzeptieren, also Demut zu zeigen, fällt uns heute irgendwie schwerer. Und so kommen immer wieder Coachingklienten zu mir, die Gegebenheiten nicht akzeptieren wollen, die kämpfen gegen Realitäten wie gegen Windmühlen. Ein meist aussichtsloser Kampf, der nicht gewonnen werden kann und uns unnötig Energie und Lebensfreude raubt. Denn statt einen aussichtslosen Kampf zu führen, könnten wir auch einfach das genießen, was wir haben und uns neue Ziele suchen, die wir auch erreichen können. So viel Flexibilität und Demut sollte sein.

Wie haltet ihr es mit der Demut? Fällt es euch leicht zu akzeptieren, dass ihr viel, aber doch nicht alles in eurem Leben beeinflussen könnt?