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Gastblogbeitrag einer Mutter zur Kinderlosigkeit

Kinderlosigkeit – nicht immer negativ !!

„Schon allein wenn Mitmenschen beispielsweise fragen: ‘Wollt ihr keine Kinder?’, dann sind das nicht selten Bemerkungen wie Nadelstiche, die sehr schmerzen. Befreundete Ehepaare kann man nicht mehr besuchen; denn sie reden nur von ihren Kindern. Man wird neidisch, dass die Freundinnen oder die Nachbarin Kinder hat, die um das Haus herum springen und lachen, man selbst aber ungewollt kinderlos ist. Man kapselt sich ab und könnte wütend werden, weil in jeder Sekunde fünf Kinder auf der Welt geboren werden, – warum nicht bei uns? Warum sind wir nur ungewollt kinderlos?

Viele Ursachen sind heutzutage durch Druck im Beruf sowie im Privatleben zu finden. Mehr denn je spielen auch Umwelteinflüsse eine Rolle. Allerdings ist Kinderlosigkeit nicht immer negativ zu bewerten. Man kann sich im Leben viel Streß ersparen, wenn man keine Kinder hat.

Deshalb möchte ich heute als Mutter von zwei Kindern auch auf die Kehrseite der Medaille hinweisen.”

„Mittlerweile sind meine Kinder erwachsen, doch der Weg bis dahin war sehr steinig und problematisch und ich denke oft mit Entsetzen an die ersten 18 Jahre zurück. Heute bin ich sehr erleichtert, dass ich es geschafft habe.

Besonders für Mütter, die vorher im Beruf standen, eine gute Ausbildung haben und sehr strukturiert sind, ist es schwierig, weil eine zielorientierte Planung mit Kindern fast nicht mehr stattfinden kann. Kinder sind sofort eigenständige Wesen und es ist schwierig, sie in eine gewünschte Richtung zu erziehen. Karriere im Beruf zu machen ist definitiv einfacher wie ein Kind zu erziehen.

Die Vorstellung, dass mit der Schwangerschaft und danach die hoffentlich „problemlose“ Geburt alles positiv verläuft, ist meistens nicht zutreffend.

In meinem persönlichen Fall fing es schon mit der Geburt an. Eine komplizierte, lange Geburt mit Komplikationen wegen Herztönen beim Kind und mit Analvenenthrombose meinerseits, was nicht schön aussah und dem Chirurgen vorgestellt werden musste. Dazu ein Schreikind, das fast nie schlief. Tagsüber maximal 45 Minuten! Heutzutage gibt es glücklicherweise Termine beim Osteopathen, die bereits schon von der Geburt vereinbart wurden. In meinem Falle waren es Termine beim Kinderarzt, Ernährungsberatung und Heilpraktikerin und keine Nacht durchschlafen für fast 4 Jahre, das alles am Rande einer Depression über die vermeintliche Erfolgslosigkeit..

In den achtziger Jahren konnte man die Kinder erst mit 3 Jahren in den Kindergarten bringen und ich fing wieder an halbtags zu arbeiten. A. wollte natürlich nicht in den Kindergarten und nach ein paar Monaten wurde mir sogar nahegelegt, das Kind auf ADHS zu testen. Bei dem Test kam außer einem sogenannten Zappelphilipp und ein sehr lebhaftes Kind nichts raus und somit mußte der Kindergarten und ich mich weiter mit dem Problem sehr lebhaftes, ruheloses Kind herumschlagen. Übrigens die Chance bei einem männlichen Kind für ADHS liegen bei 9,2 % und bei 60% der Betroffenen bleiben die Symptome auch im Erwachsenenalter bestehen. Auch bei meinem zweiten Kind, eine Tochter, wurde mir im pubertären Alter die Diagnose ASHS nahegelegt. Die Schulzeit wurde dadurch nicht einfacher, die Lehrer überfordert, meine Kinder allerdings sehr sorglos und nicht im geringsten gestresst, was man durchaus auch mal positiv sehen kann. Regelmäßig und auch außerplanmäßig wurde ich zu den Lehrern bestellt. Eine Grundschullehrerin meines Sohnes brach sogar mal in Tränen aus, als sie über mein Kind sprach bei einem zufälligen Treffen während eines Spazierganges.

Das einzig Positive an dieser Lebhaftigkeit war, dass meine Kinder nicht lange vor dem Computer, Fernsehen oder anderen digitalen Spielen saßen und sich sehr gerne draußen in der Natur bewegten. Heute mit Notebook (ab Kindergartenalter), Handy etc., was nach meiner Ansicht Gift für die Kinder ist, ist das kaum noch möglich. Viele Kinder im Grundschulalter können weder einen Purzelbaum noch ein Rad schlagen.

Negative Einflüsse im gesellschaftlichen Bereich:

Auch ein Restaurantbesuch kann zu unnötigem Stress führen. Als meine Kinder klein waren, und immer ein Glas umgeworfen wurde, habe ich das grundsätzlich abgelehnt. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass in manchen Hotels bzw. Restaurants keine Kinder erwünscht sind, weil sich andere Erwachsene gestört fühlen. Der neueste Trend ist ein Bonus auf die Restaurantrechnung einer Familie, wenn die Kinder sich ruhig verhalten haben. Dies ist doch wirklich sehr verwunderlich!

Wohnungsvermieter und Nachbarn wollen lieber ruhige, kinderlose Mieter – ohne Lärm auf der Straße oder im Garten. Krankenversicherungen versuchen Kostenreduzierungen gerade bei der Sterilitätsbehandlung. Und bei den Privatversicherten gibt es, falls die Kinder auch en Vorteil einer Privatversicherung genießen sollten, eine beachtliche Beitragserhöhung.

Weitere Kosten sind bei älteren Kindern natürlich die Markenklamotten, der Musikunterricht, sämtliche Sportarten, Schulausflüge und die jährlichen Kindergeburtstage, die immer mehr Budget erfordern. Vor Jahren war das bei einem Kindergeburtstag noch ein gemeinsamer Besuch bei Mc. Donalds oder im Schwimmbad. Heute muss eine Hüpfburg her oder man tobt sich mit den Kindern auf einer Cartbahn oder beim Klettern aus. Auch ein professioneller Zauberer ist hoch im Kurs.

Auch nicht zu vergessen sind negative Eigenschaften oder Gendefekte, die man automatisch an die Kinder weitergibt, sei es Neigung zu Kopfschmerzen oder Depressionen oder andere Krankheiten. Dies kann, muss nicht, alles an die Kinder weitergegeben werden.

Mein Fazit ist, dass man durchaus ohne Kinder ein glückliches unbeschwertes Leben führen kann.”

Moni

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